Bessere Anwendbarkeit für Dienstleistungsorganisationen – weniger Formalismus – Kennzahlen und Risikoorientierung

Im Herbst 2015 ist die neue Revision der ISO 9001 publiziert worden. Ansporn des „großen Wurfes“ sind eine deutliche Kennzahlenorientierung über Leistungsindikatoren, ein effektiveres Prozessmanagement, das Managen von Chancen und Risiken sowie ein stärkerer Fokus auf die lernende und sich verbessernde Organisation. Die Revision bringt umfassende Änderungen mit sich und muss im Unternehmen beachtet werden. Was ist jetzt also zu tun?

Am auffälligsten ist zunächst die geänderte – an die neue High Level Struktur angepasste – Struktur und Nummerierung der Abschnitte. Alle Unternehmen, die sich und ihre Dokumente bislang strikt an den Normabschnitten orientiert haben, werden also umdenken müssen.

Neue High Level Struktur

Neben der Änderung der Struktur zur Anpassung an weitere internationale Normen, werden viele und umfassende Änderungen vorgesehen, die wir interessierten Kunden bereits in einem Workshop im April 2015 (mit Schwerpunkt auf die Anwendung bei Dienstleistern) vorgestellt haben:

  • Weniger Dokumentation

    • Keine Unterscheidung in gelenkte Dokumente und Aufzeichnungen mehr vorgesehen, auch kein Qualitätsmanagementhandbuch mehr erforderlich! Die Revision fordert nur „documented information“. Sie entscheiden, was zu dokumentieren ist, um den Anforderungen der Norm zu genügen
  • Kein Qualitätsbeauftragter

    • mehr erforderlich, aber klare Rollen und Verantwortlichkeiten für das QM auf allen Managementebenen (es darf ihn aber weiterhin geben!)
  • Key performance indicators

    • Eingaben und Ergebnisse (Leistungsindikatoren) müssen für alle dokumentierten Prozesse definiert werden
  • Die Organisation hat die

    spezifischen Erfordernisse und Erwartungen“ der „interessierten Parteien

    zu erkennen, soweit diese auf die Leistungserbringung einwirken. Einschließlich gesetzlicher Anforderungen.

  • Datenschutz und –sicherheit

    • werden eine wichtigere Rolle spielen z.B. für das Handling mit und die Weitergabe/Transport von Kundendaten aber auch Mitarbeiterdaten
  • Und eine wesentliche Innovation:

    Risk based thinking“ im prozessorientierten Ansatz

    Sie sind angehalten, die Chancen und Risiken zu erkennen und zu managen. Es besteht jedoch keine Erfordernis, ein Risikomanagementsystem gem. ISO 31000 einzuführen.

Was ist zu tun bei angestrebter Erstzertifizierung?

Bereiten Sie sich auf die Anforderungen der revisionierten Norm vor und setzen Sie diese um.

Zertifizierungsaudits können bereits jetzt erfolgen, um das neue Zertifikat zu erhalten.

Das kommt auf Sie zu_Fotor

Was ist zu tun bei bestehender Zertifizierung?

  • Führen Sie eine GAP-Analyse zur Revision (ggf. mithilfe eines Beraters) durch.
  • Prüfen Sie insbesondere Ihre Dokumentation auf die Anforderungen der Revision.
  • Erstellen Sie einen Umsetzungsplan mit den notwendigen Arbeitspaketen, um rechtzeitig zum Audit die notwendigen Anforderungen umgesetzt zu haben.
  • Beachten Sie insbesondere die Anforderungen zu den Leistungskennzahlen und zum Risikomanagement.
  • Auditieren Sie die neuen Anforderungen bereits beim internen Audit mit.

Wenn Sie Fragen zur Revision und den jetzt notwendigen Schritten in Ihrem Unternehmen haben, sprechen Sie uns gern an!

Unterstützung im Revisionsprozess

Wir unterstützen Sie gern!